Core Domain - Gesundheitsökonomie

Hintergrund

Neben den körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas finden zunehmend auch die ökonomischen Folgen wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Die stetige Zunahme von Adipositas in den meisten Nationen erfordert fundierte Untersuchungen, in welchen Risikogruppen präventive und kurative Maßnahmen am dringendsten geboten sind und welche der zur Verfügung stehenden Maßnahmen kosteneffektiv sind. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür wird durch die Einbeziehung gesundheitsökonomischer Aspekte in epidemiologischen und klinischen Studien gestärkt. Es konnte gezeigt werden, dass ökonomische Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter zu sehen sind. Die besonders wichtige Untergruppe der Jugendlichen mit extremer Adipositas ist in bevölkerungsbasierten Studien allerdings vermutlich unterrepräsentiert. Für die zweite Förderphase liegt daher ein Fokus dieses Projektes darin, im Rahmen des Konsortiums "Jugendliche mit extremer Adipositas" aktuelle und belastbare Erkenntnisse zu Kosten und gesundheitsbezogener Lebensqualität für diese wichtige Patientengruppe zu erlangen. Zusätzlich werden wir als "Core Domain" mit weiteren Projekten innerhalb und außerhalb des Kompetenznetzes Adipositas kooperieren. Dies beinhaltet Unterstützung und Beratung bei gesundheitsökonomischen Fragestellungen, Durchführung von Workshops sowie Überprüfung von Möglichkeiten, die existierenden Registerdaten um ökonomische Parameter zu ergänzen.

Ziele

  • Untersuchung ökonomischer Aspekte der extremen Adipositas bei Jugendlichen im Rahmen des Konsortiums "Jugendliche mit extremer Adipositas", insbesondere im Hinblick auf Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, Kosten und gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie Kosteneffektivität bariatrischer Chirurgie
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen BMI und Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten im Längsschnitt im Rahmen der 15-Jahreserhebung der GINI-plus/LISA-plus Studien
  • Kooperation mit weiteren Projekten innerhalb und außerhalb des Kompetenznetzes Adipositas mit dem Ziel der Erweiterung bestehender Studien und Register um gesundheitsökonomisch relevante Parameter und Fragestellungen
  • Beratung weiterer Adipositas-Projekte und Durchführung von Workshops zu methodischen Themen der gesundheitsökonomischen Forschung

Vorgehensweise

Im Rahmen des Konsortiums "Jugendliche mit extremer Adipositas" sollen die mit extremer Adipositas assoziierten direkten und indirekten Kosten sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemessen werden und im Hinblick auf Unterschiede in Subgruppen nach Patientencharakteristika (Alter, BMI etc.) und Interventionsgruppen innerhalb einer Kohorte von Jugendlichen analysiert werden.
Außerdem sollen die Berechnung der Kosteneffektivitäts- und Kosten-Nutzwertrelation einer chirurgischen bariatrischen Intervention für extrem adipöse Jugendliche im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung vorbereitet werden. In zukünftigen Förderphasen sollen längerfristige Follow-Up Daten zu Inanspruchnahme, Kosten und Lebensqualität erhoben und in die gesundheitsökonomischen Analysen einbezogen werden. Diese Informationen dienen der Planung zukünftiger Präventions- und Interventionsstrategien im deutschen Gesundheitssystem.
In Kooperation mit den Kohortenprojekten des Kompetenznetz Adipositas werden längsschnittliche Analysen zum Zusammenhang zwischen dem BMI und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, den daraus entstehenden Kosten und auch der gesundheitsbezogenen Lebensqualität vorgenommen. Dies basiert auf Vorarbeiten mit Daten der GINI/LISA-Kohorte (Kinder/Jugendliche) sowie der KORA-Kohorte (Erwachsene) und führt diese anhand neuer Follow-up Daten fort.

Leitung/Ansprechpartner

Prof. Dr. Rolf Holle
Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, Helmholtz Zentrum München
E-Mail: holle@helmholtz-muenchen.de

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