Entwicklung eines gesundheitsbezogenen Lebensqualitätsfragebogens für bariatrische Chirurgie

Hintergrund

In Industrieländern aber auch in Entwicklungsländern steigt die Zahl der bariatrischen Eingriffe proportional zur steigenden Anzahl an Menschen mit Adipositas. Sowohl zur erheblichen und anhaltenden Gewichtsreduktion, als auch zur Reduktion der mit Adipositas assoziierten somatischen Komorbiditäten einschließlich der Mortalität hat sich die bariatrische Chirurgie als effektiv erwiesen. Jedoch bedeutet dieser chirurgische Eingriff einen großen Einschnitt im Leben der Patienten, welcher Veränderungen im Ernährungs- und Lebensstil impliziert und sich somit postoperativ auf zahlreiche weitere Lebensbereiche auswirkt. Aus diesem Grund ist es, abgesehen vom Gewichtsverlust und medizinischen Kenngrößen, notwendig, auch die postoperative gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten zu erfassen. In diesem multidimensionalen Konzept werden verschiedene krankheitsspezifische Lebensbereiche durch die Patienten selbst beurteilt, wodurch eine Ermittlung des subjektiven Erlebens des Gesundheitszustandes, sowie spezifischer sozialer und psychischer Aspekte der Patienten ermöglicht wird.

Ziele

Die bisher vorliegenden Instrumente zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQOL) bei Adipositas-chirurgischen Patienten/innen sind kurz und wenig detailliert. Sie sind zwar leicht auszufüllen, erfassen aber viele wesentlichen Bereiche nicht. Zudem wurden Sie nicht unter Anwendung einer gründlichen Methodik entwickelt und getestet. Wir wollen die Schwächen existierender Instrumente überwinden und einen neuen Fragebogen entwickeln, der die HRQOL Adipositas-chirurgischer Patienten/innen erfasst und für diese Patientengruppe wesentliche Bereiche abdeckt.

Methodik/Vorgehensweise

Für die Entwicklung des neuen Fragebogens „von der Pike auf“ werden wir „state-of-the art“ Methodik anwenden, wie vertiefende Interviews und Fokusgruppen mit Betroffenen und Experten gefolgt von der Erhebung von Akzeptanz und Inhaltsvalidität. Die Interviews sollen wichtige Lebensbereiche erfassen, die durch die Adipositaschirurgie beeinflusst wurden und werden. Diese Interviews werden auf einem digitalen Aufnahmegerät gespeichert und von einem Schreibbüro wörtlich abgeschrieben („transkribiert“). Aus diesen Abschriften werden Themenbereiche erfasst und analysiert. Die Themenbereiche dienen als Grundlage für die Entwicklung von Aussagen für den Fragebogen. Dieses methodische Vorgehen gewährleistet die Erfassung aller relevanten Lebensbereiche, sowie die Erstellung eines Instrumentes mit krankheitsspezifischen patientennahen Items. Nach einem Jahr soll die vorläufige Endversion des HRQOL Instruments vorliegen.

Der Fragebogen soll frei zugängig auf der Homepage des Kompetenznetzes Adipositas der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine anschließende psychometrische Bewertung des Fragebogens ist geplant. Die Ergebnisse können u.a. als Grundlage für die Entwicklung spezifischer Behandlungsangebote nach Adipositaschirurgie dienen.

Projektleitung

Prof. Dr. Martina de Zwaan
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Medizinische Hochschule Hannover

Carl-Neuberg-Straße 1, 30635 Hannover

Telefon: 0511/532 6570

Fax: 0511/532 3190

E-Mail: dezwaan.martina@mh-hannover.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Thorsten Meyer
Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Telefon: 0511/532 5470
E-Mail: meyer.thorsten@mh-hannover.de

Links

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, MH-Hannover

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MH-Hannover

 

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