Neuronale Änderungen nach substantiellem Gewichtsverlust durch bariatrische Chirurgie oder konventionelle Therapie

Hintergrund

Mit dieser Studie sollen neuronale Korrelate substantiellen Gewichtsverlusts untersucht werden. Trotz zahlreicher Therapieansätze zur Reduktion von Übergewicht, stellt langanhaltender Gewichtsverlust sowohl für Betroffene als auch für Ärzte eine große Herausforderung dar. In Anbetracht zahlreicher Komorbiditäten, wie Diabetes Typ II, wird die Relevanz erfolgreicher Therapiemethoden deutlich. Üblicherweise beinhalten Gewichtsreduktionsprogramme diätisches Essverhalten sowie eine Erhöhung der körperlichen Aktivität. Ein alternatives, invasives Verfahren stellt die bariatrische Chirurgie dar, die in den letzten 20 Jahren deutlich zugewonnen hat. Inzwischen werden pro Jahr weltweit mehr also 400.000 solcher Operationen an schwer übergewichtigen Patienten durchgeführt. Neben endokrinen und metabolischen Auswirkungen stellt sich auch die Frage nach zentralnervösen Veränderungen.

Zentralnervöse Prozesse können beim Menschen mit bildgebenden Verfahren nicht-invasiv untersucht werden. Hierbei konnte gezeigt werden, dass die Gehirnaktivität auf Nahrungsreize zu spezifischen Aktivitätsänderungen in Gebieten führt, die mit Geschmack, Energiekontrolle aber auch Belohnung assoziiert sind. Des Weiteren gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass in diesen Bereichen Unterschiede bei normalgewichtigen und adipösen Personen vorliegen. Gehirnspezifische Veränderungen nach substantiellem Gewichtsverlust wurden bisher allerdings nicht im Detail untersucht. Daher werden wir uns in diesem Teilprojekt auf die Veränderungen in der Gehirnaktivität in verschiedenen Zuständen (z.B. visuelle Stimulation mit Essensreizen, Ruhezustand) vor und nach Gewichtsverlust fokussieren.

 

Ziele

  • Interaktion der verschiedenen Netzwerke, die wichtig sind für die Verarbeitung von nahrungsspezifischen Reizen bei substantiellem Gewichtsverlust
  • Beschreibung der Gehirnantwort vor und nach der Intervention
    • Verarbeitung von visuell präsentierten Nahrungsreizen
    • Veränderungen in den Ruhenetzwerken
  • Strukturelle Unterschiede bei Personen vor und nach Gewichtsverlust
  • Beschreibung psychologische Parameter bei Personen vor und nach Gewichtsverlust

Methoden

In dieser Studie wird die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) eingesetzt. Dieses nicht-invasive Verfahren erlaubt es, die Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung aufzuzeichnen. Während der Messung sehen die Versuchsteilnehmer nahrungsbezogene Bilder und müssen eine einfache Aufgabe lösen. Des Weitern wird eine Messung ohne Stimulation durchgeführt, die es erlaubt, Unterschiede in spezifischen Ruhenetzwerken zu ermitteln. Um diese Netzwerke besser zu bestimmen, wird in einer weiteren Messung die Verbindungsstruktur des Gehirns gemessen. Um Verhaltensvariablen zu bestimmen, werden psychologische Fragebögen und Tests angewendet.

Die Rekrutierung der Patienten findet über die Adipositas-Plattform in Tübingen sowie in Zusammenarbeit mit der Chirurgie des Universitätsklinikums Tübingen statt.

Projektleitung

Hubert Preissl, PhD
MEG Zentrum
Otfried-Müller-Str. 47
72076 Tübingen
Tel. (07071) 29 87704
Fax (07071) 29 5706
E-Mail: hubert.preissl@uni-tuebingen.de

Andreas Fritsche, MD
Professor of Medicine
Abteilung Innere Medizin IV
Medizinische Universitätsklinik
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen
Tel. (07071) 2980590
Fax (07071) 29 5277
E-Mail: andreas.fritsche@med.uni-tuebingen.de

Projektmitarbeiter

Dr. Sabine Frank, Dipl.-Psych.
MEG Zentrum
Otfried-Müller-Str. 47
72076 Tübingen
Tel. (07071) 29 81192
Fax (07071) 29 5706
E-Mail: sabine.frank@med.uni-tuebingen.de

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