Aufklärung neuer kardiodepressiver Faktoren aus Adipozyten. Rolle von FABP4 bei Adipositas-assoziierten Herzerkrankungen

Hintergrund

Fettsucht ist der Hauptrisikofaktor für das Metabolische Syndrom und für kardiovaskuläre Erkrankungen. Sie scheint auch in direkter Verbindung mit der Entwicklung von Herzversagen zu stehen, und zwar unabhängig von anderen Risikofaktoren, wie systemischer Bluthochdruck und Diabetes mellitus. 

Das Fettgewebe ist ein endokrines Organ, das eine Vielzahl bioaktiver Substanzen sezerniert, die der Kommunikation zwischen Fettgewebe und anderen Organen wie Muskeln, Leber, Pankreas, Gehirn und vaskulärem Endothel dienen. In diesem Kontext konnten wir zeigen, dass menschliche Fettzellen in Kultur Substanzen mit ausgeprägter und unmittelbarer Hemmwirkung auf die Kontraktilität von Herzmuskelzellen ins Medium freisetzen. Basierend auf diesen Befunden haben wir einen neuen Pathomechanismus der Herzerkrankung adipöser Patienten mittels der Sekretion von hemmenden Faktoren aus dem Fettgewebe vorgeschlagen. In der ersten Förderperiode des Kompetenznetzes Adipositas gelang es uns, den kardiodepressiven Hauptfaktor als Fettsäure-Bindungs-Protein 4 (FABP4) zu identifizieren. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann FABP4 jetzt als pharmakologisches Target zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze für die Behandlung von Herzinsuffizienz fungieren.

Ziele

  • Die Mechanismen innerhalb des Fettgewebes zu klären, welche die Produktion und die Freisetzung von FABP4 beeinflussen
  • Weitere potential kardiodepressive Faktoren aus dem Fettgewebe zu identifizieren
  • Die physiologische und klinische Relevanz dieser Befunde zu untersuchen

Insgesamt sollen neue Strategien zur Behandlung und Prävention von Herzerkrankungen von Patienten mit Adipositas entwickelt werden.  

Vorgehensweise

In einem multidisziplinären Ansatz, einschließlich Klinik- und Grundlagenforschung, soll die Rolle des Fettzellstoffwechsels auf die Produktion von FABP4 und eventuell weiterer kardiodepressiver Fettzellfaktoren untersucht werden und damit Pathomechanismen kardialer Dysfunktionen durch Adipositas aufgeklärt werden. Unter anderem sollen Verfahren zur Kultivierung humaner Fettzellen sowie in vitro Bioassays zur Herzfunktionsanalyse eingesetzt werden. Weiterhin soll in enger Zusammenarbeit innerhalb des Kompetenznetzes Adipositas die klinische Relevanz dieser Befunde untersucht werden.

Projektleitung

Dr. med. Valéria Lamounier-Zepter
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
an der Technischen Universität Dresden
Fetscherstr. 74, 01307 Dresden
Telefon: 0351/45814562
Email: valeria.zepter@uniklinikum-dresden.de

 

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Universität Dresden

 

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