Identifizierung und Charakterisierung von Jugendlichen mit extremer Adipositas - Basisuntersuchung und Langzeit-Kohortenstudie

Hintergrund/Vorhabensziel

Nur ein kleiner Anteil der Jugendlichen mit extremer Adipositas sucht aktiv nach Behandlungsmöglichkeiten. In unserem Projekt haben wir Jugendliche mit extremer Adipositas über verschiedene medizinische und nicht medizinische Einrichtungen rekrutiert, um ihre Akzeptanz hinsichtlich Diagnostik und anschließender Therapiemaßnahmen einschließlich Adipositas-chirurgischer Maßnahmen untersuchen. Die Prävalenzraten sowie die Schwere der Begleit- und Folgeerkrankungen von Jugendlichen mit extremer Adipositas sollen mit denjenigen mit weniger schwerer Adipositas verglichen werden. Des Weiteren werden die Unterschiede zwischen den Jugendlichen, die aktiv nach einer Behandlung suchen und denjenigen, die dies primär nicht taten, analysiert. Dieses Teilprojekt ist zugleich auch der Einstieg in die Teilprojekte 2 und 3, sowie die Grundlage für die ökonomische Bewertung der extremen Adipositas im Jugendalter.

Abb.: medizinische und nicht medizinische Rekrutierungswege der JA-Studie 

Vorgehensweise

Ein koordinierter und synergistischer Arbeitsplan, welcher verschiedene Partner und innovative Rekrutierungsstrategien beinhaltet, wurde in regionalen Netzwerken für Jugendliche mit extremer Adipositas in 4 Regionen Deutschlands, insgesamt 5 Universitätszentren umfassend, angewendet. Diese Regionen sind im Norden (Berlin), Westen (Essen/Datteln), Osten (Leipzig) und Süden (Ulm) von Deutschland lokalisiert. Es wurden insgesamt über 400 Jugendliche und junge Erwachsene mit extremer Adipositas (BMI ≥ 35 kg/m2, Alter 14-25 Jahre) sowie dem Risiko für die Entwicklung einer extremen Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) , rekrutiert. Alle Patienten, die an der Baseline-Untersuchung teilgenommen haben, werden im Rahmen einer Langzeit-Kohortenstudie über 9 Jahre nachuntersucht.

Basisuntersuchungen (Teilprojekt 1):

  • detaillierte und strukturierte Erhebung der bisherigen Krankengeschichte
  • strukturierte Erhebung zur psychosozialen Situation / Lebensqualität
  • Untersuchung der somatischen und psychiatrischen Komorbidität
  • Angebote zur weiteren Betreuung der Patienten
  • Angebote zu möglichen Therapieoptionen zur Behandlung der extremen Adipositas und zur Behandlung der Komorbiditäten (wie in der Regelversorgung üblich)
  • Einladung der Patienten zur Teilnahme an einer randomisierten, kontrollierten Studie, die die Wirkung einer manualbasierten, niederschwelligen Gruppenintervention untersucht (Teilprojekt 2)

Langzeit-Kohortenstudie (Teilprojekt 1A):

Alle Jugendlichen mit BMI ≥ 30 kg/m2, die an Teilprojekt 1 teilgenommen haben, sollen im Rahmen der Langzeit-Kohortenstudie über mindestens 9 Jahre regelmäßig nachbeobachtet werden. Wir werden dadurch Einblick erhalten in den natürlichen Verlauf der extremen Adipositas und ihrer Begleit- und Folgeerkrankungen im Jugendalter und im Erwachsenenalter. Wir werden des Weiteren Sub-Analysen durchführen, welche die Behandlungsoptionen berücksichtigen, die diese Jugendlichen angewandt haben. Wir werden den Prozentsatz der Patienten bestimmen, welche in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildungsstelle integriert werden konnten.

Projektleitung und koordinierendes Studienzentrum

Prof. Martin Wabitsch

Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universität Ulm
E-Mail: martin.wabitsch@uniklinik-ulm.de

Ansprechpartner

Dr. Julia von Schnurbein

Dr. Belinda Lennerz

Dr. Anja Moss

Dr. Katja Kohlsdorf

Dr. Heike Vollbach

Kontakt

Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universität Ulm

Eythstr. 24
89075 Ulm
Tel: 0731 / 500 57401
Fax: 0731 / 500 57407
E-Mail: ja-studie@uni-ulm.de

Weitere Studienzentren

Projektpartner

 

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