Sicherheit und Wirksamkeit einer bariatrisch-chirurgischen Maßnahme bei Jugendlichen mit extremer Adipositas im Rahmen eines strukturierten Vorbehandlungs- und Nachbehandlungs-Programms - Beobachtungsstudie

Hintergrund

Bislang gibt es keine etablierten Therapiemaßnahmen für Jugendliche mit extremer Adipositas. Eine neuere Cochrane Übersichtsarbeit (Oude Luttikhuis H et al., Cochrane Database Syst Rev, 2009) zum Thema Therapie von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen zeigte, dass im Vergleich zu einer Standardversorgung mit Beratungen oder Selbsthilfe kombinierte verhaltensorientierte Lebensstil-Interventionen, die die Familie mit einbeziehen, eine signifikante und klinisch bedeutsame Reduktion von Übergewicht herbeiführen können. Jedoch zeigen diese Arbeit sowie auch eigene Ergebnisse aus unserem LARGE-Projekt der ersten Förderperiode, dass speziell bei Jugendlichen mit extremer Adipositas solche Interventionen meist erfolglos waren (Oude Luttikhuis H et al., Cochrane Database Syst Rev, 2009; Reinehr T et al., Am J Clin Nutr, 2010). Deshalb müssen bei Jugendlichen mit extremer Adipositas mit schwerwiegenden Gesundheitsstörungen andere therapeutische Wege, inklusive bariatrisch-chirurgischer Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Vorhabenziel

  • Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit eines bariatrisch-chirurgischen Eingriffs bei Jugendlichen mit extremer Adipositas, die in Teilprojekt 1 rekrutiert 
  • Vergleich der prä- und postoperativ gewonnen Befunde
  • Vergleich der Daten der operierten Jugendlichen mit den Daten von nicht operierten extrem adipösen Jugendlichen (BMI ≥ 35kg/m2), sowie mit den Daten von adipösen Jugendlichen mit dem Risiko eine extreme Adipositas zu entwickeln (BMI 30 - 34,9 kg/m2)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen klinischen und demographischen Merkmalen der Patienten sowie der Art der bariatrisch-chirurgischen Maßnahme mit den postoperativen Risiken und den Änderungen der Komorbiditäten

Vorgehensweise

Ein koordinierter und synergistischer Arbeitsplan, welcher verschiedene Partner und ein strukturiertes manualbasiertes prä- und postoperatives Behandlungsprogramm (auf Grundlage der US-Teen-LABS Studie) beinhaltet, soll in den regionalen Netzwerken für Jugendliche mit extremer Adipositas in 4 Regionen Deutschlands (5 Universitätszentren) angewendet werden.
Die Indikation zu einer bariatrisch-chirurgischen Maßnahme bei Jugendlichen mit extremer Adipositas wird nach sehr strengen Kriterien überprüft. Diese sind in einem Konsensuspapier der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ e.V.) und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG e.V.) dargestellt (www.a-g-a.de, AGA, Monatsschr Kinderheilkd, 2012). Die Indikationsstellung sowie die Durchführung der bariatrischen Operation erfolgen im Rahmen der Regelversorgung der Patienten und sind nicht Teil der Studie. Dieses Teilprojekt ist eine klinische Beobachtungsstudie, die die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Maßnahme mit standardisierten Instrumenten untersucht.

Projektleitung und Ansprechpartner

Prof. Martin Wabitsch
Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universität Ulm
E-Mail: martin.wabitsch@uniklinik-ulm.de

Kontakt

Sektion Pädiatrische Endokrinologie und DiabetologieUniversitätsklinik für Kinder- und JugendmedizinUniversität Ulm

Eythstr. 24
89075 Ulm
Tel: 0731 / 500 57401
Fax: 0731 / 500 57407
E-Mail: ja-studie@uni-ulm.de

 

Prof. Dr. T. Reinehr
Vestische Kinder- und Jugendklinik
Universität Witten-Herdecke

 

Kontakt

Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln
Universität Witten/Herdecke

Dr. F. Steiner Str. 5
45711 Datteln
Tel: 02363 / 975 349
E-Mail: A.Schaefer@kinderklinik-datteln.de

Projektpartner

 

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